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Blind Chicken! No parents, no police!

Das Stückentwicklung Blind Chicken! No parents, no police! entstand in Zusammenarbeit zwischen Art Vagabonds Rezo Afrik, Afrikavenir und der Jugendgruppe P14 der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz! Das fünfmonatige Projekt ermöglichte es den jungen Teilnehmern, sich mit dem Konzept von Critical Whiteness auseinanderzusetzen und zu verinnerlichen. Es führte sie auch dazu, ihre eigenen Privilegien in der Gesellschaft und den Alltag des Rassismus in Berlin zu entdecken und zu verstehen. Ein weiteres zentrales Thema waren die Reisefreiheit und die internationale Passportranking, wie die des deutschen EU-Passes, im Vergleich zu außereuropäischen, insbesondere afrikanischen Pässen.

Kindheit und Spielen als roter Faden der Stückentwicklung

Kolonialgeschichte: Berlin-Konferenz 1884/85

Die Westafrika-Konferenz 1884/85 fand auf Einladung des deutschen Bundeskanzlers Otto von Bismarck in Berlin statt und sollte die Handelsfreiheit zwischen Niger und Kongo regeln. Ihr Schlussdokument, das Kongogesetz, bildete die Grundlage für die Aufteilung des Kontinents in Kolonien im anschließenden Wettlauf um die Vorherrschaft über das riesige afrikanische Territorium. Die Teilnehmer unserer Produktion haben sich gezielt mit dem westafrikanischen Land Benin auseinandergesetzt. Im Gegensatz zu den kolonialen Narben wurden auch positive Aspekte wie die Ähnlichkeiten in der Kindheit und im Spiel der afrikanischen und europäischen Länder untersucht. Damit wurde ein humaner und dramaturgischer Erzählfaden für die Entwicklung des Bühnenspiels gelegt.

Premiere von P14 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz Berlin

Blindes Huhn statt blinde Kuh!

Während der Proben wurde die Art und Weise entwickelt, wie das Kinderspiel „Blindes Huhn“, das in Deutschland „Blinde Kuh“ genannt wird, in die Szenen des Stücks integriert werden kann. Die Darstellungen der Hühner sollten nicht realistisch sein, sondern den Stil der Masken und der Voodoo-Traditionen Benins nachahmen. Mit Hilfe von Video und anderen Stammesbildern begannen die Jugendlichen, die animistischen Traditionen Benins zu erforschen und schufen ihre ganz persönliche Interpretation einer maskierten Figur unter Verwendung der einfachen Gestaltungsparameter von „African Mask + Chicken = Blind Chicken“. Später verkörperten sie diese Figuren in ihrer Performance.
Die Masken mussten alle relevanten Charaktere des Stückes zum Leben erwecken: Politiker*innen, einen Hühnerchor, tanzende Hühner, blinde Hühner und Bankräuber. Bühnenrequisiten und andere Materialien wie: Draht, Federn, Brillen, Lametta, Ballons, Schnäbel, Schaumstoff, Gummi-Hühnerteile wurden von der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zur Verfügung gestellt. Während eines ganztägigen Programms versammelten die Jugendlichen ihre Kreationen in einer Maskenwerkstatt. Die Hühnermasken erwiesen sich als entscheidend für die Ästhetik der Produktion.
Das Projekt dauerte fünf Monate. Die Teilnehmer waren Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-25 Jahren.

 

Maskenworkshop zur Vorbereitung der Premiere von Blind Chicken!

Finanzierung & Netzwerk:

 

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